Tolle Halbzeitbilanz für „CEOs on Wheels“

Mentoringprogramm für TopmanagerInnen und Menschen im Rollstuhl brachte viele interessante Erkenntnisse

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Sechs Monate sind vergangen, seit Mag. Michael Sicher sein Projekt „CEOs on Wheels“ gestartet hat. Am 5. Juni 2012 lud der Initiator alle elf MetorInnen und Mentees zu einem Erfahrungsaustausch ins Casino Baden und zog dabei selbst eine erste, überaus positive Zwischenbilanz: „Es ist ungemein spannend, welche Erkenntnisse sich bereits jetzt aus dieser Initiative ziehen lassen und wie viel positives Feedback sowohl von den Mentees im Rollstuhl als auch den hochkarätigen Mentorinnen und Mentoren kommt“, resümierte Sicher zufrieden.

Im Oktober 2011 ging das Projekt unter höchst prominenter Beteiligung an den Start. In Zusammenarbeit mit Unternehmen wie den Österreichischen Lotterien, der Bank Austria oder IBM stand die Intention im Mittelpunkt, Zugangsbarrieren zu qualifizierten Jobs und Führungspositionen für Menschen mit Behinderung zu reduzieren. Elf Top-Führungskräfte und elf qualifizierte Menschen im Rollstuhl treffen einander seither regelmäßig zum intensiven Diskurs.

Die Mentees verschaffen den CEOs einen Einblick in ihren Arbeitsalltag, denn ihr Potenzial blieb Unternehmen bisher oft verborgen. Auf der anderen Seite binden die Führungskräfte die Mentees in das Unternehmen ein und stellen ihr Netzwerk für deren weitere Karriereplanung zur Verfügung. Durch persönliche Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Rollstuhl gerät der Rollstuhl zur Nebensache, ausschließlich die jeweilige Leistung rückt in den Vordergrund.

„Ich bin von der Unternehmenskultur begeistert und habe nicht das Gefühl, dass es Berührungsängste mit mir als Rollstuhlfahrer gibt. Das Projekt zeigt, dass Zusammenarbeit absolut nichts mit einer körperlichen Behinderung zu tun hat. Es geht um Fähigkeiten“, resümiert Andreas Kardinal, WU-Absolvent und Mentee von Unilever-CEO Mag. Sonja Gahleitner.

Auch Sandra Widhalm weiß seit „CEOs on Wheels“, wohin ihr Weg führen soll. „Es freut mich, dass ich bei IBM dabei sein darf. Das ist genau das, was ich beruflich machen möchte, und ich bin überzeugt, dass ich – mit der Hilfe von IBM – auch dort hinkommen werde.“

Nicht minder begeistert zeigen sich die Top-Führungskräfte. „Es ist mir eine große Freude, Astrid Lanscha als Mentorin begleiten zu dürfen. CEOs on Wheels ist eine wirklich einzigartige Initiative, die interessante und faszinierende Einblicke in das tägliche Leben und den beruflichen Alltag von Menschen mit Behinderung eröffnet“, zeigte sich Mag. Bettina Glatz-Kremsner, Vorstandsdirektorin der Österreichischen Lotterien, begeistert.

Die Chance, ähnlich beeindruckende Erfahrungen zu machen, bietet sich bereits im kommenden Herbst, denn an einer zweiten Auflage von „CEOs on Wheels“ wird bereits gearbeitet. Erste Manager haben sich bereits gemeldet, weiter Anmeldungen sind unter unternehmen@ceosonwheels.at herzlich willkommen.

Des Weiteren stellt Dr. Heike Mensi-Klarbach von der WU Wien ebenfalls im Herbst eine das Projekt begleitende Studie vor. Sie untersucht, welche Auswirkung die Begleitung von Menschen im Rollstuhl auf den Arbeitsalltag hat. Es wird darauf abgezielt, die Wahrnehmung von RollstuhlfahrerInnen bewusst zu machen, etwaige Vorurteile Menschen im Rollstuhl betreffend aufzudecken und einen offeneren Umgang mit dieser Thematik zu erreichen. Geplant ist auch, dass die involvierten Managerinnen und Manager eine Grundsatzerklärung verfassen, in der sie sich verpflichten,  für einige konkrete Anliegen von Menschen im Rollstuhl einzutreten.