Einflussfaktoren auf die Integration von Menschen mit Behinderung

Eine weitere Bachelor-Arbeit im Rahmen von CEOs on Wheels hat Isabella Haas verfasst:

Einflussfaktoren auf die Integration von Menschen mit Behinderung in ausgewählten Unternehmungen – Diversitätsdimension Behinderung im organisationalen Kontext

Executive Summary

In der Arbeitswelt sind Menschen mit Behinderung nach wie vor benachteiligt. Dies äußert sich in verschiedenen Formen von Stereotypisierungen, wie einer geringeren Leistungsfähigkeit und der Unkündbarkeit von Menschen mit Behinderung. Vor allem Menschen mit sichtbaren Formen der Behinderung haben Schwierigkeiten, qualifizierte Jobs zu finden oder sich beruflich weiterzuentwickeln.

Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wurde auf drei der Unternehmungen, welche sich an CEOs on Wheels beteiligen, näher eingegangen. Ziel der Arbeit es ist, aufzuzeigen, wie sich die Einstellungen und die Vision der Führungskräfte, insbesondere der Personalverantwortlichen, auf die Integration von Menschen mit Behinderung in das Unternehmen auswirken. Zu diesem Zweck wurden mit drei Personalverantwortlichen Interviews durchgeführt. Es soll desweiteren aufgezeigt werden, welchen Einfluss die Branche, die Anzahl der Mitarbeitenden und die Internationalität des Unter- nehmens auf die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung haben.

Es zeigt sich, dass mit steigendem Bewusstsein für Diversität und für Menschen mit Behinderung vermehrt unterstützende Maßnahmen implementiert werden, welche sich auf die erfolgreiche Integration von Menschen mit Behinderung auswirken. Auch die Sensibilisierung der Personalverantwortlichen trägt dazu bei, dass mehr qualifizierte Menschen mit Behinderung Jobs finden, welche ihren Qualifikationen entsprechen und von den Karrieremöglichkeiten in Unternehmen profitieren können.

Willibald Cernko, Bank Austria Vorstandsvorsitzender zu Besuch bei Dr. Georg Fraberger, Psychologe AKH Wien

Mit CEOs on Wheels hat Michael Sicher eine wirklich einzigartige Initiative ins Leben gerufen, die auch mir interessante und faszinierende Einblicke in das tägliche Leben und den beruflichen Alltag eines Rollstuhlfahrers ermöglichte. Ich denke, es würde jedem gut tun, eine ähnliche Erfahrung zu machen. Man kann sich als „gesunder“ Mensch beim besten Willen nicht vorstellen, wie großartig Menschen mit besonderen Bedürfnissen ihre Einschränkungen und Beeinträchtigungen tagtäglich meistern.

Am 10. Februar 2012 um 6.30 Uhr in der Früh holte ich Herrn Dr. Fraberger – Psychologe im AKH Wien – an seinem Wohnort ab. Ich versuchte mir vorab vorzustellen, wie es wäre, wenn ich beispielsweise meine Einkäufe im Rollstuhl erledigen müsste. Wenn die Preisschilder in der obersten Reihe des Regals kaum noch zu erkennen sind, geschweige denn das Produkt? Und wenn ich mich dann für ein Produkt entschieden habe: Wie dieses erreichen? Aber ich habe nie darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn man den elektrischen Rollstuhl zusätzlich dazu nur mit einer einzigen Armprothese steuern kann.

Genau dies schafft Herr Dr. Fraberger Tag für Tag, denn er hat weder Arme noch Beine. Ich konnte mir anfangs schwer vorstellen, dass jemand mit einer so schweren Beeinträchtigung einen so tollen und wertvollen Beitrag leisten kann. Dass es trotzdem möglich ist, den Alltag zu meistern und jedes noch so kleine Hindernis elegant zu überwinden.

Ich durfte Herrn Dr. Fraberger einige Stunden an seinem Arbeitsort, dem Wiener AKH, begleiten. Besonders schön war es für mich zu sehen, dass Herr Dr. Fraberger uneingeschränkt im Team integriert ist und sein Arbeitsort so barrierefrei wie nur möglich ist. Meine zahlreichen Eindrücke lassen sich am besten in zwei Wörtern zusammenfassen: Faszination und Begeisterung. Herr Dr. Fraberger schafft scheinbar Unmögliches. Er hat trotz erheblicher Einschränkungen eine hochqualifizierte Ausbildung absolviert mit längerem Berufsaufenthalt in England und ist im AKH und zusätzlich dazu in seiner Privatpraxis als Psychologe tätig. Er unterstützt Menschen, die ein ähnliches Schicksal erleiden, wie beispielsweise eine Amputation. Eine Hilfestellung, die unbezahlbar ist und die nicht erlernt werden kann.

Unterstützt wird Herr Dr. Fraberger von persönlicher Assistenz am Arbeitsplatz, die seinen Aktionsradius erheblich vergrößert. Dies war für mich der beste Beweis, dass sich eine persönliche Assistenz immer auszahlt. Hier wurde deutlich, wie wichtig es ist, Menschen mit Beeinträchtigung aktiv zu fördern und nicht abzuschieben oder auszugrenzen. Denn eines steht fest: Der Intellekt geht nicht zu Fuß.

Willibald Cernko, Bank Austria Vorstandsvorsitzender