Bachelorarbeit zu CEOs on Wheels

Liebe Mentees,

vor kurzem war es soweit: Ich hatte meinen Verteidigungstermin zu meiner Bachelorarbeit, die ich mit eurer Unterstützung zum Thema: „Der Nutzen von Mentoringprogrammen für Menschen mit Behinderung aus der Sicht von Betroffenen am Beispiel von „CEOs on Wheels“ geschrieben habe. Zur Verteidigung musste ich auch ein wissenschaftliches Poster erstellen, welches ich hier hochlade….

Nochmals vielen Dank für Eure Unterstützung und einen schönen Sommer!

Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit…

… man muss auch feiern können :-) !

Deshalb wollten wir die ersten erfolgreichen Wochen von Turgut`s Arbeit bei uns im Unternehmen auch gebührend würdigen. Was ist besser dazu geeignet, als einem von Turgut´s Lieblingsrestaurants einen Besuch abzustatten?

Bei „Sac Tava“, Lammkottelets und verschiedenen anderen türkischen Köstlichkeiten konnten wir einmal in aller Ruhe über Themen abseits der Arbeit plaudern und gleichzeitig auf unsere erfolgreiche Mentoringpartnerschaft anstossen.Wer Appetit bekommen hat und seinen Mentor oder Mentee einmal in einer „neutralen“ Umgebung treffen möchte – wir können euch das Restaurant Kent auf der Märzstrasse wärmstens empfehlen :)

Wer Turgut bei der Arbeit …

… sehen möchte, schaut sich am Besten dieses Bild an:

Turgut bei TNTAngelo – Turguts Assistent und Begleiter – ist nicht nur die „treibende Kraft“ von Turguts Rollstuhl, sondern auch ein begnadeter Künstler. Während sich Turgut am 2. Tag seines Praktikums in die Bewerberdatenbank vertieft, hat Angelo ihn dabei porträtiert.

 

Veröffentlicht unter Mentee

Der erste Schnuppertag – eine Lernerfahrung für Beide

Montag 30.1.2012, 9:00 Uhr, Cargo Nord am Flughafen Schwechat. Turgut und sein Assistent bleiben beim Einfahrtsschranken stehen, der Assistent übernimmt die aufwendige, aber aus Sicherheitsgründen notwendige Prozedur der Registrierung. Lichtbildausweise werden registriert, Turgut und sein Begleiter bekommen einen Besucherausweis und einen Parkplatz zugewiesen. Es ist ein Behindertenparkplatz. Ich bin Stolz darauf, dass es sowas auf unserem Firmengelände gibt. Der Assistent schiebt Turgut in seinem Rollstuhl die Auffahrtsrampe zum Bürgebäude hoch – ich denke mir: „da hätten manch andere Unternehmen schon Probleme im Bezug auf Barrierefreiheit..“ Dann die erste „Ernüchterung“. Die Eingangstür lässt sich nur unter gemeinsamen Anstrengungen so öffnen, dass auch ein Rollstuhl durchpasst – ist mir eigentlich noch nie aufgefallen. Wir steigen in den Lift und fahren erstmal in unser MitarbeiterInnenrestaurant im Kellergeschoss. Bei einem Kaffee bzw. einem Fruchtsaft besprechen wir den geplanten Tagesablauf. Zuerst wollen wir einen Besichtigungsrundgang durch die Lagerhallen machen, danach steht Mitarbeit in der Personalabteilung auf dem Programm. Für die Besichtigung müssen wir ins Erdgeschoss fahren. Wieder mit dem Lift. Ich denke mir: „Was tun, wenn wie des öfteren der Lift streikt?“ Das nächste „Aha-Erlebnis“: Wir haben nämlich nur einen Lift. Alles geht gut, wir bewegen uns durch den Büroteil in Richtung Lagerhalle. Die Türen öffenn sich nur, wenn man seine ID-Karte hinhält. Manchmal gehen sie in die „falsche“ Richtung auf, d.h. mit einem Rollstuhl hätte man alleine sicher so seine Schwierigkeiten. Endlich sind wir in der Lagerhalle. Aufgrund der Förderbänder müssen wir öfters eine grosse Runde machen, den die Brücke über die Förderbänder hat dann doch zu viele Stufen… Turgut zeigt sich sehr interessiert an unseren Prozessen und erfährt Einiges darüber, wie die Sendungen von A nach B kommen. Nach dem Rundgang fahren wir – wieder mit dem Lift – in den 2. Stock in die Personalabteilung. Nicole – unsere Personalentwicklerin hat in weiser Voraussicht die Schreibtische ein wenig verschieben lassen, damit der Abstand zwischen Wand und Schreibtisch gross genug ist, um mit einem Rollstuhl durchfahren zu können. Ich denke mir: „Danke Nicole“. Turgut gibt Bewerbungen in die Bewerberdatenbank ein, es macht ihm sichtlich Spass. Zwischendurch lässt er seinen Charme und seinen Witz sprühen und Nicole ist von ihm sichtlich angetan. 12:30 Uhr – Essenszeit, wir fahren wieder mit dem Lift ins Restaurant. Turgut ist kein Schweinefleisch aber endlich können wir wieder einmal punkten: Wir haben viele MitarbeiterInnen, die kein Schweinefleisch essen und deshalb schon vor Jahren unsere Menüs dem entsprechend angepasst.Turgut nimmt das Hühnerrisotto und es schmeckt ihm. Verdient hat er sich´s redlich. Nach dem Essen arbeitet er an den Bewerbungen weiter, schliesslich ist er zum Arbeiten gekommen, meint er. Um 14:00 brechen sein Assitent und Turgut wieder auf – wir sehen uns am Mittwoch wieder. Alle freuen sich darauf. Turgut hat etwas über Transport und Logistik gelernt, ein paar Menschen getroffen, die sich völlig ungezwungen mit ihm unterhalten haben und kenntn jetzt unsere Bewerberdatenbank. Ich habe an diesem Tag gelernt, dass unsere vermeintliche Barrierfreiheit doch noch einige Hürden für MitarbeiterInnen im Rollstuhl aufweist. Danke Turgut!